ACTIVITIES

(Deutsch)

Worum geht es bei dem Gasprojekt Zehdenick-Nord?

Der Energiebedarf in Deutschland ist groß. Jeden Tag fahren Menschen von A nach B, kochen, heizen und beleuchten ihre Wohnungen. Auch die deutsche In- dustrie braucht bezahlbare Energie, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Um diesen Bedarf zu decken, müssen sich die verschiedenen Energieträger in Zukunft noch mehr als bisher ergänzen und auch die Chancen der heimischen Ressourcen genutzt werden.
Aktuelle Energieszenarien prognostizieren, dass der Erdgasbedarf in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Als sauberster fossiler Energieträger mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Strom- und Wärmegewinnung ist Erdgas eine unverzichtbare Stütze für die Energiewende.

Ist die derzeitige Gasversorgung der BRD, auch durch die neue Nord-Stream-Pipeline 2 durch die Ostsee, nicht mehr als ausreichend? Sind zusätzliche Explorationen und Förderung überhaupt nötig?

 

Derzeit werden knapp 94 Prozent des Gesamtbedarfs von Erdgas ausschließlich über Pipelines aus verschiedenen Lieferländern bezogen. Da die zur Zeit genutzten Gasreserven in Deutschland nur noch ca. zehn Jahre ausreichen werden, wird die Abhängigkeit von Importen aus Nordeuropa und vor allem aus Russland weiter zunehmen.

Weltweit wird laut aktuellen Prognosen der Erdgasbedarf in den nächsten Jahrzehnten weiter ansteigen. Vor diesem Hintergrund wirft die Deckung des Erd- gasbedarfs in Deutschland eine Reihe von geopolitischen Fragen auf. Versorgungssicherheit bei Erdgas wird ein zunehmend wichtiges Thema und die heimische Produktion leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Erdgas ist in Deutschland auch für die Energiewende wichtig. Um die künftige Gasversorgung sicherzustellen, wird die erhöhte Nutzung einheimischer Reserven zunehmend wichtiger. Für die künftige Energieversorgung in Deutschland könnte das Erdgasprojekt in Zehdenick große Bedeutung haben, und ebenso für die Entwicklung der Region Zehdenick. Aufgrund der hohen deutschen Sicherheitsanforderungen, die gesetzlich geregelt sind, gibt es nur äußerst geringe Risiken für Umwelt und Bevölkerung durch Gasförderung. Die Aufsichtsbehörden, welche die Sicherheitsanforderungen überwachen, sind u. a. LfU (Landesamt für Umwelt) und LBGR (Landesamt für Bergbau, Geologieund Rohstoffe). Für die Gasförderung des importierten Erdgases werden die deutschen Sicherheitsanforderungen aber nicht angewendet.

Derzeit werden knapp 94 Prozent des Gesamtbedarfs von Erdgas ausschließlich über Pipelines aus verschiedenen Lieferländern bezogen. Da die zur Zeit genutzten Gasreserven in Deutschland nur noch ca. zehn Jahre ausreichen werden, wird die Abhängigkeit von Importen aus Nordeuropa und vor allem aus Russland weiter zunehmen.

Weltweit wird laut aktuellen Prognosen der Erdgasbedarf in den nächsten Jahrzehnten weiter ansteigen. Vor diesem Hintergrund wirft die Deckung des Erd- gasbedarfs in Deutschland eine Reihe von geopolitischen Fragen auf. Versorgungssicherheit bei Erdgas wird ein zunehmend wichtiges Thema und die heimische Produktion leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Erdgas ist in Deutschland auch für die Energiewende wichtig. Um die künftige Gasversorgung sicherzustellen, wird die erhöhte Nutzung einheimischer Reserven zunehmend wichtiger. Für die künftige Energieversorgung in Deutschland könnte das Erdgasprojekt in Zehdenick große Bedeutung haben, und ebenso für die Entwicklung der Region Zehdenick. Aufgrund der hohen deutschen Sicherheitsanforderungen, die gesetzlich geregelt sind, gibt es nur äußerst geringe Risiken für Umwelt und Bevölkerung durch Gasförderung. Die Aufsichtsbehörden, welche die Sicherheitsanforderungen überwachen, sind u. a. LfU (Landesamt für Umwelt) und LBGR (Landesamt für Bergbau, Geologieund Rohstoffe). Für die Gasförderung des importierten Erdgases werden die deutschen Sicherheitsanforderungen aber nicht angewendet.

Seismic

(Deutsch)  

Wozu sind seismische Messungen erforderlich?

Von der Entdeckung einer Lagerstätte bis zur Förderung des ersten Erdgases können einige Jahre vergehen. Währenddessen erforscht ein Experten-Team alle unterirdischen Gegebenheiten und plant das Projekt bis ins kleinste Detail. In die umfangreichen geowissenschaftlichen und technischen Untersuchungen fließen Informationen aus der Seismik und aus Explorationsbohrungen ein.Mit seismischen Untersuchungen kann ein dreidimensionales Abbild des Untergrundes erstellt werden. Die so gewonnenen geologischen Daten erlauben Rückschlüsse auf die Lagerungsverhältnisse und möglichen Gasmengen, während die Fördereigenschaften erst anhand einer Explorationsbohrung nachgewiesen werden können. Die Festlegung einer konkreten Bohrlokation berücksichtigt die geologischen und örtlichen Gegebenheiten im Rahmen der technischen Möglichkeiten.

Wo werden die Messungen durchgeführt?

Die Messungen werden vor allem auf Straßen und Waldwegen in der Nähe von Zehdenick durchgeführt. Schutzgebiete werden entsprechend der gesetzlichenVorschriften geschont. Deren Einhaltung wird vom LfU vorgegeben und kontrolliert.

Führt die Jasper Resources GmbH selbst die Erkundungsuntersuchungen durch oder wurde eine Firma damit beauftragt?

Mit den Erkundungsuntersuchungen wurde die seit über sechzig Jahren in Leipzig ansässige Gesellschaft für geowissenschaftliche Dienste (GGD) beauftragt. Die Messungen werden ca. vier Wochen dauern. GGD hat bereits in den Siebziger Jahren ähnliche Messungen in der Region durchgeführt.

Welche Sicherheitsmaßnahmen werden während der seismischen Untersuchungen zum Schutz der Wohngebäude getroffen?

Bei Messungen, die in der Nähe von Wohngebäuden stattfinden, werden an den Gebäuden Sensoren für Erschütterungsmessungen angebracht. Damit werden die Schwinggeschwindigkeiten an Ort und Stelle während der Vibration registriert. Grundlage hierfür ist die DIN 4150 – Erschütterungen im Bauwesen. Außerdem wird vor Beginn der Messungen ein Sicherheits- Gesundheits- und Umweltschutzplan von der Firma,welche die Messungen durchführt, erstellt.

Kann man mit den seismischen Daten schon Erdgas nachweisen und auch sehen, ob es sich wirtschaftlich lohnt das Erdgas zu fördern?

Nein, mit Seismik allein kann man das nicht. Seismische Daten geben ein Bild vom Untergrund, so wie Echolotmessungen Bilder vom Meeresboden darstellenkönnen. Die Methode ist dieselbe. Mittels Analysen der seismischen Daten können Geologen Karten über die verschiedenen Erdschichten im Untergrunderarbeiten, somit auch über die Gasführende Schicht in etwa 4000 Meter Tiefe. Das Erdgas wurde schon zu DDR-Zeiten in den 70er Jahren von der Firma Erdgas Gommern nachgewiesen. Ob es sich mit heutiger Technologie wirtschaftlich fördern lässt, wird erst die Probebohrung mit Fördertest zeigen.

TECHNICAL

(Deutsch)

Wann wird eine Probebohrung stattfinden?

Das können wir erst nach Auswertung der seismischen Daten und einer aktualisierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtung entscheiden.
Kommt eine Probebohrung in Frage, muss dafür zunächst ein Plan erstellt werden, und dieser von der zuständigen Behörde genehmigt werden. Außerdem muss dieser Plan allen Trägern öffentlicher Belange vorgetragen werden, um von diesen wiederum ihre Stellungnahmen zu erhalten. Wie lange ein solcher Prozess dauert ist von den beteiligten Behörden abhängig. Sämtliche Aktivitäten im Bereich der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen unterliegen der Genehmigung und Aufsicht durch die Bergbehörden der Bundesländer.
Wer in Deutschland nach Bodenschätzen suchen will, benötigt von der zuständigen Bergbehörde eine Aufsuchungserlaubnis. Diese Bergbauberechtigung ist
mit der Verpflichtung verbunden, das Konzessionsgebiet innerhalb eines befristeten Zeitraumes zu erkunden. Die Aufsuchungserlaubnis verschafft dem An- tragsteller jedoch noch nicht das Recht, konkrete Maßnahmen durchzuführen, sondern gewährt ihm lediglich Exklusivität für die Erkundung des Gebietes.
Für die Durchführung einer Bohrung benötigen wir einen genehmigten Bohrbetriebsplan. Bei erfolgreicher Exploration können in den nächsten Schritten die Förderung und weitere Aktivitäten beantragt werden.

In welcher Phase der Aufsuchung befindet sich das Projekt?

Das Projekt befindet sich in einer Vorphase und es sind noch mehrere Schritte notwendig, bevor über eine Erdgasförderung entschieden werden kann. Dazu ge- hören die Auswertung der gewonnenen Seismikdaten, eine Erkundungsbohrung und eine wirtschaftliche Bewertung sowie die jeweiligen Genehmigungen durch die Bergbehörden und Landesbehörden.

Werden für die mögliche spätere Erdgasförderung überall Bohrtürme errichtet?

Nein, das ist nicht der Fall. Wahrscheinlich kommt nur eine einzige Bohranlage zum Einsatz, die an ein bis drei Bohrpunkten die Förderbohrungen abteufen wird. Eine Bohrung dauert etwa 3 Monate. Man kann von einem Bohrplatz, der etwa 150 x 200 Meter groß ist, mit einen Bohrturm gezielt die Lagerstätte mit mehreren Bohrungen im Umkreis von 2 bis 4 km oder mehr erkunden. Dasselbe Prinzip wird bei der Förderung in der Nordsee angewendet, denn auf dem Meer kann man nicht überall Bohrtürme aufstellen, um Erdöl oder Erdgas zu fördern. Hier kann man nur von einer Plattform bohren und kann von dort die Lagerstätte mit mehreren Bohrungen in verschieden Richtungen erschließen.
Nach Abschluss des Bohrvorgangs wird der Bohrturm wieder abgebaut und durch einen Brunnenkopf – ein vertikal stehendes Rohr- und Ventilsystemsystem von zwei bis drei Metern Höhe – ersetzt werden. Der Bohrplatz wird dann auf eine Größe von 20 x 20 Metern zurückgebaut.

Wie findet die Entsorgung der Bohrschlämme statt??

Bohrschlamm dient der Bohrlochstabilität und zum Hochbringen des Gesteinsmaterials. Seine Zusammensetzung variiert je nach Speichergestein und zugesetz- ten Bohrresten, wie Bohrschmierstoffen, Schwermineralien und chemischen Beimengungen.
Kontaminierte Bohr- und Ölschlämme werden heute in wasserdichten Anlagen (Tanks) auf dem Bohrplatz aufgefangen und danach thermisch behandelt. Durch den Entzug von Wasser und die Entfernung von Kohlenwasserstoffen reduziert sich das Volumen um rund 40 %. Die nach der thermischen Behandlung verbleibenden mineralischen Rückstände werden in hierfür zugelassenen Sonderdeponien entsorgt.

Findet die Entsorgung über Bohrschlammgruben wie beispielsweise zu DDR-Zeiten statt?

Bohrschlammgruben, wie sie beispielsweise zu DDR-Zeiten errichtet wurden, werden schon längst nicht mehr genehmigt. Die Möglichkeiten der Abfallent- sorgung haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Heute werden die Rückstände aus Bohrungen außerhalb der Bergbaubetriebe nach dem Kreis- laufwirtschaftsrecht entsorgt.

Ist die Förderung von Gas aus großen Tiefen nicht insofern problematisch, als neben dem Gas auch andere Stoffe, wie beispielsweise Quecksilber und radioaktive Stoffe mitgefördert werden?

Radioaktive Stoffe sind nicht im Öl oder Gas enthalten, sondern können in geringer Konzentration im mitgeförderten Lagerstättenwasser enthalten sein. Die Konzentration der natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffe (NORM genannt – naturally occurring radioactive materials) im Lagerstättenwasser ist in der Regel so gering, dass sich die von ihnen ausgehende radioaktive Strahlung kaum von der überall vorkommenden Umgebungsstrahlung abhebt.

Im Zusammenhang mit der Produktion von Kohlenwasserstoffen kann es an bestimmten Stellen zu Ausfällungen der natürlichen radioaktiven Stoffe sowie an- derer Unreinheiten kommen, die sich dann als Krusten (Scales) in Rohren und Anlagenteilen der Produktionseinrichtungen oder auch in den Tankschlämmen ablagern. Krusten (Scales) mit radioaktiven Rückständen, werden nach entsprechender Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde, in diesem Fall das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), über zugelassene Entsorgungswege und Verfahren entsorgt.

Bohrschlammgruben, wie sie beispielsweise zu DDR-Zeiten errichtet wurden, werden schon längst nicht mehr genehmigt. Die Möglichkeiten der Abfallent- sorgung haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Heute werden die Rückstände aus Bohrungen außerhalb der Bergbaubetriebe nach dem Kreis- laufwirtschaftsrecht entsorgt.

Wie wird kontaminiertes Lagerstättenwasser entsorgt?

Lagerstättenwasser ist Wasser, das natürlicherweise in der Erde und daher auch in erdgasführendem Gestein (Lagerstätte) vorkommt. Die Zusammensetzung des Lagerstättenwassers ist von den jeweiligen Lagerstätten abhängig. In Norddeutschland besteht Lagerstättenwasser vorrangig aus hoch-salinaren Lösungen von Natriumchlorid, Calciumchlorid, Kaliumchlorid und Magnesiumchlorid sowie aus Resten von Kohlenwasserstoffen. Je nach Lagerstätte können auch andere Stoffe wie niedrige Mengen Quecksilber oder NORM-Stoffe enthalten sein.

Kontaminiertes Lagerstättenwasser bleibt im geschlossenen Kreislauf und wird, wenn möglich auch nach geothermischer Nutzung, wieder in die LagerstättenGesteine verpresst. Die geothermische Nutzung wird dann möglich, wenn La- gerstättenwasser in großen Mengen vorhanden ist und eine hohe Temperatur hat.

Für den Transport gibt es neben der Einhaltung des Sicherheitskonzeptes und der Arbeitsschutzvorschriften auch transportspezifische Regelungen. Der Umgang mit natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen aus der Erdöl- und Erdgasförderung unterliegt den Vorschriften der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV).

Können sich in den Förderrohren kontaminierte Stoffe festsetzen? Wenn ja, wie werden diese gereinigt?

Mit natürlichen radioaktiven Ablagerungen kontaminierte Stähle werden in der Regel als Rohstoff wiedergewonnen. Beim Einschmelzen des Stahls gelangt der ge- samte radioaktiv belastete Scale in die Schlacke. Die Schlacke wird in zugelassenen Deponien entsorgt. Ist aus technischen Gründen ein Einschmelzen nicht möglich, wird der belastete Stahlschrott direkt auf zugelassenen Deponien entsorgt.

Quecksilber ist als natürliches Beiprodukt in allen salzwasserhaltigen Gesteinsformationen und wird damit auch mit Erdgas und Lagerstättenwasser aus Erdgas- bohrungen in einem geschlossenen System ausgetragen. Das Erdgas wird an der Oberflache vom Lagerstättenwasser getrennt und beides kommt dabei nicht mit der Atmosphäre in Verbindung. Das in kleinstmengen enthaltene Quecksilber wird mit kontaminiertem Lagerstättenwasser wieder in das Lagerstättengestein verpresst.

ENVIRONMENT AND SAFETY

(Deutsch)  

Ist das Projekt ein Einzelfall in Deutschland?

In Deutschland produzieren derzeit mehr als 100 Felder Erdgas, auch wenn unser Verbrauch überwiegend aus Importen gedeckt wird. Allerdings konkurrieren beim Import von Erdgas neben konventionellen Quellen aus Norwegen auch Gebiete in Sibirien sowie Flüssiggas aus Frackingquellen in den USA. In Deutschland ist Fracking nicht erlaubt und in Zehdenick für Jasper ausgeschlossen. Alle anderslautenden Behauptungen entsprechen NICHT der Wahrheit.

Können Umwelt und Bevölkerung von ausströmendem Erdgas oder anderen Gasen betroffen werden?

Eine Beeinträchtigung der Bevölkerung ist auszuschließen, da gefördertes Gas in einem geschlossenen und konstant überwachten Rohrsystem transportiert und verarbeitet wird. Eine Freisetzung in die Umwelt kann nur erfolgen, wenn unbehandeltes Erdgas durch Fackelarbeiten freigesetzt wurde. Abfackeln von Gas wie das früher gemacht wurde ist heute nur im Notfall oder unter sehr speziellen Verhältnissen und dann ganz kurzzeitig unter Bergamtsaufsicht zugelassen.

Analogbeispiele

Umweltuntersuchungen von Förderplätzen – Landkreis Rothenburg und Niedersachsen.

In Niedersachsen, insbesondere im Landkreis Rotenburg/Wümme wird an vielen Stellen Erdgas gefördert. 2016 wurden Immissionsmessungen an Erdgasförderplätzen im Landkreis Rothen- burg durchgeführt. Dabei wurden keine Auswirkungen der Erdgasförderung auf die Umgebung sluft festgestellt. Mit den Messungen sollte ermittelt werden, in welcher Konzentration aromatische Kohlenwasserstoffe (Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylole kurz: BTEX) und Quecksilber durch die Erdgasförderung, speziell bei Fackelarbeiten, auf die Umgebung der Förderstellen einwirken.

Die Immissionsmessungen wurden in der Umgebungsluft über neun Monate an einer Dauermessstelle im Erdgasfeld Söhlingen bestimmt. Außerdem wurden drei Intensivmesskampagnen im direkten Umfeld von Fackelarbeiten durchgeführt. Die ermittelten Konzentrationen befanden sich auf einem vergleichsweise sehr niedrigen Niveau.

Im Jahr 2012 wurde im Auftrag des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V. (WEG) eine breit angelegte Untersuchung zu Quecksilber in Boden-proben aus dem Umfeld von Erdgasförderplätzen in Niedersachsen durchgeführt. Die dabei ermittelten Quecksilberwerte lagen unterhalb der maßgeblichen Prüf- und Maßnahmenwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung. Mit dieser Studie konnte der Verdacht einer schädlichen Bodenverun- reinigung für die lokal relevanten Schutzgüter ausgeräumt werden.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) führt seit 2006 Untersuchungen zur Quecksilberbelastung im Umfeld von Erdgasförderplätzen in Niedersachsen durch.

Wie stellt Jasper sicher, dass keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen?

?

Unser aktueller Plan sieht vor, dass das Lagerstättenwasser in einem geschlossenen System eingeschlossenund danach wieder in die Tiefe gepumpt wird. Das Erdgas wird an der Oberfläche vom Lagerstättenwasser getrennt und wird mit der Atmosphäre nicht in Verbindung kommen.

Besondere Aspekte beziehen sich auf Quecksilber. Quecksilber ist als natürliches Beiprodukt in allen salzwasserhaltigen Gesteinsformationen enthalten und wird damit auch mit Erdgas und Lagerstättenwasser aus Erdgasbohrungen in einem geschlossenen System ausgetragen.

Seit Anfang der 70er Jahre gibt es Adsorbanten, die in der Lage sind, Quecksilber vollständig aus dem Erdgas zu entfernen, und zwar innerhalb eines geschlossenen Systems. Der Umgang mit Quecksilber ist auf EU-Ebene  geregelt.

Im Rahmen der Produktionsüberwachung werden auch Wasser- und Luftqualität überwacht. Sollten erhöhte Werte von gefährlichen Gasen oder Stoffen registriert werden, wird die Produktion sofort eingestellt.

Recht

(Deutsch)  

Wie erfolgt die Zuteilung von Genehmigungsverfahren?

Dr. Höding, Bergbaubehörde des Landes Brandenburg, hat beim „Runden Tisch“ am 11. März in Zehdenick erklärt wie die Zuteilung von Genehmigungen usw. bei der Erdgasförderung verläuft. Die Rechtliche Grundlage ist im Bundesberggesetz (BBergG) festgelegt (Link www.gesetze-im-internet.de/bbergg/)

Sämtliche Aktivitäten im Bereich der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen unterliegen der Genehmigung und Aufsicht durch die fachlich kompetent ausgestatteten Bergbehörden der Bundesländer.

Wer in Deutschland nach Bodenschätzen suchen will, benötigt von der zuständigen Bergbehörde eine Aufsuchungserlaubnis. Diese Bergbauberechtigung ist mit der Verpflichtung verbunden, das Konzessionsgebiet innerhalb eines befristeten Zeitraumes zu erkunden.

Die Aufsuchungserlaubnis verschafft dem Antragsteller jedoch noch nicht das Recht, konkrete Maßnahmen durchzuführen, sondern gewährt ihm lediglich Exklusivität für die Erkundung des Gebietes.

  • Jasper hat 2016 und 2017 die Altdaten studiert und den Sonderbetriebsplan Seismik eingereicht.
  • Die seismischen Messungen wurden im Februar 2019 fristgerecht abgeschlossen.
  • Falls erfolgreich steht dann Ende 2019 die Beantragung und Genehmigung des Bohrbetriebsplans für 1 Erkundungsbohrung an, 2020 dann die Durchführung der Bohrung.
  • Ende 2020 wird dann entschieden, ob eine Bewilligung beantragt wird zwecks Planung und Beantragung der möglichen Feldesentwicklung.

Bewilligung für die Gewinnung: In einer weiteren Genehmigungsstufe geht es um die betrieblichen Aktivitäten bei der Exploration und bei der Produktion.

Anhand eines Betriebsplans überprüfen die Bergbehörden, ob für die technischen Maßnahmen alle berg- und umweltrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

In Deutschland ist auch die Prüfung von Umweltbelangen Teil jedes bergrechtlichen Verfahrens. Umweltprüfungen dienen dazu, die menschliche Gesundheit und die natürliche Umwelt vor negativen Auswirkungen zu schützen. Immissionsschutz, Trinkwasserschutz, Naturschutz und auch öffentliche Belange werden in alle Entscheidungsprozesse einbezogen.

 

Erdbeben

(Deutsch)  

Wird es zu Erdbeben kommen?

In Deutschland gibt es ungefähr 800 Erdbeben pro Jahr. 200 davon übersteigen eine Stärke von 1.5. auf der Richterskala, die restlichen liegen unter diesem Wert und sind für den Menschen nicht fühlbar.

Von den insgesamt 800 Erdbeben wurden 215 Erdbeben durch menschliche Aktivitäten verursacht, wie beispielsweise durch den Steinkohleabbau, die Geothermie und die Gasproduktion. Nahezu alle Erdbeben, die infolge der Gasproduktion aufgetreten sind, befinden sich in Niedersachsen.

Zwischen 2014 und 2018 wurden 33 Erdbeben registriert, die auf die Produktion von Gas zurückzuführen sind. Drei von ihnen hatten eine Stärke von 3 bis 3.5 auf der Richterskala und waren für die Menschen fühlbar. Die andere konnte man nur mit speziellen Instrumenten wie den Seismografen messen. Alle diese Erdbeben sind erst in den letzten Jahren unweit der größten Gasfelder Deutschlands, auf denen seit über 20 oder 30 Jahre Erdgas produziert wird, aufgetreten.

Dies bestätigt auch eine aktuelle Studie aus Holland, nach der Erdbeben auftreten können, wenn das Gasfeld zu ca. 65% ausgeschöpft ist. Dies ist nur in der Umgebung von großen Gasfelder wie Groningen zu beobachten.

In der erwähnten Studie wurde eine direkte Beziehung zwischen der Produktionsrate und der Anzahl und Größe von Erbeben hergestellt. In Groningen, wo die ersten Erdbeben 30 Jahre nach Produktionsbeginn gemessen wurden, wird die Produktion aufgrund der Studie wesentlich reduziert, so dass im nächsten Jahr der Export von Erdgas nach Deutschland beendet werden muss.

In Holland wird heute auf 265 Gasfeldern Gas produziert. 113 Gasfelder befinden sich auf dem Festland. Eine große Anzahl (>100) der Gasfelder sind erschöpft, ohne dass messbare Erdbeben aufgetreten sind. Neue Gasfelder werden derzeit erschlossen und zur Produktion gebracht.

Da das Gasfeld in Zehdenick wahrscheinlich nicht groß sein wird, ist das Risiko für die Entstehung von Erdbeben nur sehr gering. Das Risiko, dass Erdbeben mit einer Stärke von über 2 auf der Richterskala aufgetreten, ist fast nicht vorhanden.

Diese Schlussfolgerung wurde von Prof. Dr. Marco Bohnhoff vom Geoforschungszentrum Potsdam bestätigt.

 

Lärm

(Deutsch)  

Wird es Lärmprobleme geben?

Die gesamte Produktionsanlage wird weniger als 40000 Quadratmeter umfassen. Die überwiegende Mehrheit der Anlage wird nicht höher als ein paar Meter sein. Die Anlage wird nach Fertigstellung nicht auffallen.

Wenn diese Anlage in Produktion ist, wird sie nur sehr geringen Lärm verursachen, der außerhalb des Bereichs nicht zu hören ist.

Während der Bauphase werden mehrere Brunnen gebohrt. Da die Brunnen als horizontale Bohrungen geplant sind, können sie alle von derselben Stelle aus gebohrt werden. Daher wird nur ein Bohrturm für das Zehdenick-Projekt benötigt, und dieser Bohrturm wird entfernt, sobald die Bohrungen abgeschlossen sind. Abhängig von der Anzahl von Bohrlöchern wird dies 1 bis 2 Jahre dauern.

Das Geräusch eines modernen Derrick ist sehr gering. Es ist daher nicht zu erwarten, dass die Bohraktivitäten gehört werden können, wenn man sich mehr als ein paar Hundert Meter vom Bohrplatz entfernt befindet. Jasper wird selbstverständlich alle geltenden Vorschriften bezüglich des Lärms in Wohngebieten einhalten.

 

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